Welt-Zöliakie-Tag 2014

aktionswoche_dzg_2014Am 17. Mai ist weltweiter Zöliakie-Tag. Dieser Gesundheitstag wurde von der Dachorganisation der Europäischen Zöliakie-Gesellschaften (AOECS – Association of European Coeliac Societies) ins Leben gerufen. Seit 2002 ruft die Dachorganisation einmal im Jahr zur Begehung des Welt-Zöliakie-Tages auf, der üblicherweise immer am 3. Wochenende im Mai stattfindet. Im Rahmen dieses Aktionstages finden in vielen Ländern Europas verschiedene Aktionen, Feste oder auch Demonstrationen statt.

Etwa 800.000 Deutsche leiden aktuellen Schätzungen zufolge an der tückischen Autoimmunerkrankung, die durch unspezifische Verdauungsbeschwerden oft lange unerkannt bleibt. Zöliakie hat in den vergangenen 50 Jahren deutlich zugenommen.

Verwechslung nicht ausgeschlossen

Die komplexen Zusammenhänge der Erkrankung sind bislang immer noch nicht vollständig geklärt. Erbliche Faktoren, aber auch das Immunsystem, Infektionen und Umweltfaktoren scheinen die Entwicklung einer Zöliakie zu beeinflussen. Erschwert wird die Diagnose vor allem durch die Tatsache, dass das Krankheitsbild mit unspezifischen Beschwerden einhergeht. So sind Durchfälle, Blähungen, Völlegefühl, Erbrechen und Appetitlosigkeit bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Vollbild der Erkrankung liegt bei 10 bis 20 % der Betroffenen vor, 80 bis 90 % haben untypische bis gar keine Symptome und wissen oft nichts von ihrer Erkrankung. Nicht selten verwechseln sie ihre Beschwerden deshalb mit dem Reizdarmsyndrom (RDS).

Urteil: Lebenslänglich

Die einzige Therapie, die wirksam ist, ist eine glutenfreie Diät auf Lebenszeit. Bei den meisten Patienten regeneriert sich die Dünndarmschleimhaut nach dem Verzicht von Getreideprodukten. Auch die Entzündung lässt nach und die Darmzotten bilden sich wieder aus. Glutenfreie Ernährung schränkt die Auswahl an Lebensmitteln zwar ein, doch auch hier gibt es Alternativen, die die Getreideprodukte ersetzen können und sich sogar in ähnlicher Weise verwenden lassen. So sind unter anderem Mais, Reis, Hirse, Soja, Sesam, Nüsse, Kartoffeln, Obst, Gemüse und Butter frei von Gluten. Aber auch „Pseudogetreide“ wie Buchweizen, Quinoa oder Amarant sind vielversprechende und durchaus schmackhafte Alternativen.

DZG-Aktionswoche „Aktiv glutenfrei!“

Mehr Informationen über den Welt-Zöliakie-Tag 2014, der als ganze Aktionswoche unter dem Motto „Aktiv glutenfrei!“ von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V. (DZG) vom 10. bis 18. Mai 2014 veranstaltet wird, finden Sie unter:

https://www.dzg-online.de/wzt-aktionswoche-2014-infopaket.790.0.html

oder auch hier im Blog unter http://blog.glutano.com/zoliakie/dzg-aktionswoche-zum-welt-zoeliakie-tag.html

  • Auf den Internetseiten der DZG gibt es zudem Wissenswertes über Zöliakie und Dermatitis herpetiformis Duhring, Bestellformular für Informationsmaterial und viele weitere, nützliche Informationen (www.dzg-online.de).
  • Die Experten-Hotline der DZG ist vom 16. bis 18. Mai jeweils von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr frei geschaltet. Die einzelnen Tage haben unterschiedliche Themenschwerpunkte: Von Zöliakie bei Kindern und Jugendlichen bis hin zur Ernährung bei Zöliakie und Diabetes.
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Frohe Ostern! Glutenfr-ei!

Hasenstall Foto: Michaela HeckWo der Hase lang läuft … Hätten Sie gewusst, dass beispielsweise in Oberbayern früher nicht der Hase, sondern der Hahn die Ostereier brachte? In der Schweiz war es der Kuckuck, in Thüringen der Storch, in Westfalen der Fuchs und im Raum Fulda der Esel? Der hoppelnde, langohrige Geselle, der am Ostersonntag für alle Kinder die Ostereier versteckt, hatte Jahrhunderte lang nichts mit dem Osterfest zu tun. Erst vor etwa 350 Jahren kommt der Brauch im Elsass, in der Pfalz und am Oberrhein auf, dass der Hase am Ostersonntag (zunächst nur rote) Eier ins Osternest legt.

Ein süßes Brot passend zur Osterzeit ist das Osterbrot. Dies fand seinen Ursprung schon im Mittelalter. Das lässt sich auch als glutenfreie Variante  schnell und einfach zubereiten.

Osterbrot

300 g glutenfreies Brotmehl
125 ml Milch
2 Eier
35 g Zucker
100 g weiche/geschmolzene Butter
1 Päckchen Trockenhefe
1 Prise Salz
60 g Rosinen
1 Eigelb und 1 EL Milch zum Bestreichen / Hagelzucker

1. Zucker, Hefe, Butter, Salz und lauwarme Milch anrühren, nach und nach Mehl hinzugeben, zu einem Vorteig verrühren.
2. Rosinen unter den Hefeteig heben und mindestens eine Stunde an einem warmen Ort) gehen lassen, dann nochmal vorsichtig durchkneten
3. Den Teig rund formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit verquirltem Eigelb und Milch bestreichen.
4. Mit einem scharfen Messer ein großes Kreuz einschneiden.
5. Den Teigrohling etwa 1/2 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.
6. Etwas Hagelzucker auf dem Brot verteilen, bei ca. 180 Grad etwa 25 bis 30 min backen. Auskühlen lassen (damit das Brot nicht zu braun wird, evtl. im Backofen mit Alufolie abdecken).

Weitere Backideen:

rezept_ostermuffins_497x226Bunte Ostermuffins mit Marshmallows www.glutano.com/de/rezepte-a-bis-z/backen/ostermuffins

Süße Überaschungseier mit echter Schale www.glutano.com/rezepte/backen/kuchen-kekse/suesse-oster-ueberraschungseier.html.

Köstliche Möhrentorte: www.glutano.com/rezepte/backen/kuchen-muffins-co/karottenkuchen.html

Denken Sie beim Backen stets an saubere (oder neue) Backformen, die ausschließlich für glutenfreies Backen verwendet werden. Um Kontaminationen über Backbleche zu vermeiden, benutzen Sie am besten immer Backpapier. Backen Sie nie glutenfreien und glutenhaltigen Backwaren gleichzeitig im Backofen, da durch Umluft und Hitze Gluten im Ofen verteilt werden kann und so die glutenfreien Backwaren kontaminiert.

Wir wünschen, auch im Namen vom O S T E R H A S E N allen herzlichst

            F R O H E   O S T E R N

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Studie: Sehstörung durch Darmprobleme?

1_Auge_Frontansicht_Johnson-Johnson-Vision-Care-klEine Gluten-Unverträglichkeit erhöht bei Diabetes womöglich das Risiko für einen Netzhautschaden, fanden nun schwedische Forscher heraus.

Menschen mit Diabetes sollten regelmäßig zum Augenarzt, weil die Zuckerkrankheit zu einem Netzhautschaden (Retinopathie) führen kann. Rechtzeitig erkannt, lässt eine Retinopathie sich meist gut behandeln. Jetzt fanden Forscher aus Schweden heraus, dass Typ-1-Diabetiker, die zusätzlich an einer Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) leiden, offenbar häufiger Netzhautschäden entwickeln als Diabetiker ohne Darmprobleme, so ergab eine Kohortenstudie mit 41.566 Patienten. Der genaue Zusammenhang ist unklar. Möglicherweise beeinflusst die Zöliakie die Durchblutung der Netzhaut. Typ-1-Diabetiker bekommen häufiger eine Zöliakie als Stoffwechselgesunde. Beide Krankheiten werden durch eine Fehlsteuerung des körpereigenen Immunsystems verursacht. Hat eine Person mit Typ-1-Diabetes auch eine Zöliakie, sollten die Augen engmaschiger untersucht werden als sonst üblich.

Mehr dazu lesen Sie auch im Apothekenmagazin “Diabetes Ratgeber” 3/2014, das in den meisten Apotheken ausliegt und ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben wird.

Quellen:

Kaziwe Mollazadegan et al. (2012): A Population-Based Study of the Risk of Diabetic Retinopathy in Patients With Type 1 Diabetes and Celiac Disease. Diabetes Care September 10, 2012.

Mollazadegan K, Kugelberg M, Montgomery SM, Sanders DS, Ludvigsson J, Ludvigsson JF. A population-based study of diabetic retinopathy in patients with type 1 diabetes and celiac disease. Diabetes Care 2013; 36:316–321. [PubMed][CrossRef] DOI: 10.1007/s15034-013-0461-x

http://care.diabetesjournals.org/content/36/2/316.full.pdf+html

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Fructosemalabsorption: Auch keine Äpfel und Birnen mehr?

VitaminkorbNicht nur Gluten, sondern auch Fruchtzucker sorgt zuweilen für Unruhe im Darm. Neben der Laktoseunverträglichkeit kann auch eine Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker (Fructose) auf Grund der geschädigten Dünndarmschleimhaut in Zusammenhang mit einer Zöliakie auftreten. Man spricht dann von einer sekundären Fructose-Malabsorption.

Bei der Malabsorption (= gestörte Nährstoffaufnahme) hat der Körper durch das Fehlen eines bestimmten Enzyms bzw. einer Fehlfunktion des GLUT-5 Proteins, welches für den (ungestörten) Transport von Fructose zuständig ist, die Fähigkeit verloren, Fruchtzucker genügend in den Dünndarm aufzunehmen. So bleibt der Rest im Darm. Abgebaut wird der (unverdaute) Fruchtzucker später im Dickdarm – mit Hilfe von Bakterien. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren und Gase, die bei den Betroffenen zu Beschwerden führt.

Typische Symptome sind Blähungen, Krämpfe, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und Bauchgeräusche. Beruhigend: Die Fructose-Malabsorption ist meist vorübergehend. Bei Einhaltung der glutenfreien Ernährung baut sich die Dünndarmschleimhaut erneut auf und in vielen Fällen verschwindet dann auch die Fructoseunverträglichkeit wieder (nur in wenigen Fällen bleiben die Beschwerden weiterhin bestehen).

Wie stark die einzelnen Beschwerden bei den Betroffenen sind, ist davon abhängig, wie viel Fructose der Körper, trotz der gestörten Darmfunktion, noch aufnehmen kann. Hierbei ist darauf zu achten, seine eigene Toleranzschwelle bezüglich der Fruchtzuckeraufnahme nicht zu überschreiten. Sehr empfindliche Menschen bemerken bereits bei einer Menge von 1 g Fructose oder weniger deutliche Beschwerden.

Fructose, auch Fruchtzucker, ist ein Einfachzucker (Monosaccharid), der natürlicherweise in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse vorkommt. Fruchtzucker ist in Fruchtsäften und Süßigkeiten enthalten und ist ein Bestandteil des normalen Haushaltszuckers.

Obst ist ein wichtiger Lieferant für Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Da viele Obstsorten einen hohen Fructosegehalt aufweisen, ist darauf zu achten, den Bedarf über andere Lebensmittel zu decken. Gut geeignet sind hierfür Gemüse und glutenfreie Vollkornprodukte. Hierbei ist eine vitaminschonende Verarbeitung und Zubereitung wichtig.

Tipp: Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft e. V. (DZG) bietet dazu einen informativen Flyer „Zöliakie und Fructosemalabsorption“ an. Zum Download unter: https://www.dzg-online.de/files/110525_flyer_fructosemalabsorbtion.pdf

 

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Studie: EMA erste Wahl zur Zöliakienachsorge von Kindern

Quelle: aboutpixel.de / Titel: 'Kinners' / Foto: Peter-SmolaEine Mitte Februar im Online-Fachjournal „BMC Gastroenterology“ veröffentlichte Studie zeigt, dass sich Endomysium-IgA-Antikörper (EMA) am besten eignen, um in der Zöliakienachsorge von Kindern eine Ausheilung der Dünndarmmukosa vorherzusagen.

Internationale Leitlinien empfehlen, bei Zöliakiepatienten regelmäßig Nachsorgeuntersuchungen durchzuführen, um den positiven Effekt der glutenfreien Ernährung zu dokumentieren und ob die Dünndarmschleimhaut nach wie vor geschädigt ist. Das Problem bei Kindern ist, dass die Dünndarmbiopsie nicht nur einen invasiven Eingriff darstellt, sondern auch mit Komplikationen verbunden sein kann. Die alleinige Untersuchung der Antikörper in der Nachsorge von Zöliakiekindern unter glutenfreier Ernährung ist (im Vergleich zu Kindern mit unbehandelter Zöliakie) von fraglicher Verlässlichkeit.

Das Forschungsteam um Andreas Vécsei von der Ambulanz für Pädiatrische Gastroenterologie am St. Anna Kinderspital, Medizinische Universität Wien, hat sich daher mit der Frage beschäftigt, welche Antikörpertests sich am besten dafür eignen, den Status der Dünndarmmukosa bei Zöliakiekindern unter glutenfreier Ernährung vorherzusagen.

Dafür wurde bei 148 Kindern und Jugendlichen zwischen 2 und 19 Jahren unter Vollnarkose eine Ösophagogastroduodenoskopie durchgeführt, bei 95 Kindern (32 von ihnen hatten positive Zöliakieantikörper) im Rahmen der Abklärung von Symptomen, sowie bei 53 Kindern, bei denen die Zöliakiediagnose mindestens ein Jahr vor Studienbeginn zurücklag, im Rahmen der Nachsorge. Die Dünndarmmukosa wurde anhand der Marsh-Kriterien beurteilt. Die Zöliakie-Serologie wurde mittels Transglutaminase-IgA/IgG, Antikörper gegen deamidierte Gliadinpeptide (DPG-IgA/IgG) und Endomysium-IgA (EMA) bestimmt (ein IgA-Mangel wurde davor ausgeschlossen).

Im Mittel 2,2 Jahre nach Erstdiagnose fand sich bei 88,7 Prozent der Kinder mit bereits bestehender Zöliakiediagnose eine regenerierte Dünndarmmukosa. Nur der negative Wahrscheinlichkeitsquotient von EMA lag niedrig genug (<0,1), um eine dauerhafte Dünndarmschädigung auszuschließen, das bedeutet, dass negative EMA korrekterweise nur bei Kindern mit vollständiger Mukosaregeneration zu finden waren. Hingegen hatten 18 Kinder aus der Nachsorgegruppe positive EMA und 12 von ihnen wiesen trotzdem eine Mukosaregeneration (Marsh 0 oder 1) auf. 9 dieser 12 Kinder wurden dann im weiteren Verlauf EMA-negativ. Somit scheint die Mukosaregeneration schneller vonstatten gehen zu können als die EMA-Serokonversion. Denn gerade bei diesen Kindern zeigte sich, dass der Beginn der glutenfreie Ernährung signifikant kürzer zurücklag.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass von allen möglichen Antikörperbefunden negative EMA bei Kindern den verlässlichsten Hinweis auf eine Ausheilung der Darmschleimhautschädigung unter glutenfreier Ernährung liefern. Von allen Zöliakieantikörpertests seien zwar EMA die kostspieligsten und Observer-abhängig, das heißt sie würden unter Umständen nicht flächendeckend in hoher Qualität bei Pädiatern angeboten. Dennoch sollten gerade in Zöliakiezentren, in denen üblicherweise die Zöliakienachkontrollen bei Kindern stattfinden, in erster Linie EMA für das Follow-up eingesetzt werden.

Quelle:

Vécsei et al.: Follow-up of pediatric celiac disease: value of antibodies in predicting mucosal healing, a prospective cohort study, BMC Gastroenterology 2014, 14:28; doi:10.1186/1471-230X-14-28). Das Dokument ist über folgenden Link frei zugänglich: http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1471-230X-14-28.pdf.

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“Koch glutenfrei!” – Rezeptwettbewerb 2014

Koch-glutenfrei_DZGEine glutenfreie Ernährung bedeutet keineswegs Verzicht auf Genuss! Auch mit glutenfreien Zutaten lassen sich köstliche Gerichte zaubern. Mit dem „Koch glutenfrei!“ – Rezeptwettbewerb bringt die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) wieder frischen Wind in die glutenfreie Küche und ruft zur Teilnahme am Wettbewerb auf. Prämiert werden die innovativsten glutenfreien Rezepte in zwei Kategorien:

  • glutenfreie Backwaren (Brot, Brötchen, Kuchen, Gebäck, Torten)
  • glutenfreies Menü (Vorspeise/Suppe, Hauptgericht, Dessert)

Teilnehmen können Schüler einer Hotel- und Restaurantfachschule, Diätassistenten in Ausbildung, Bäcker oder Konditoren in Ausbildung sowie Auszubildende aus dem Hotel- und Gastronomiebereich. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2014.

Mehr Informationen unter:
http://www.dzg-online.de/files/ausschreibung_rezeptwettbewerb_1_.pdf

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Nährstoffmangel Teil 3: Eisen und Folsäure

Erdbeeren_MHeck-klBesonders Kinder mit Zöliakie sind häufig von Eisen- und Folsäuremangel betroffen, da sie bestimmte Nahrungsmittel nicht essen dürfen und ihr Darm diese Substanzen oft nicht so gut aufnehmen kann. Durch die verminderte Aufnahme von Eisen aus dem Darm kommt es zu einer gestörten Hämoglobinbildung. Es steht nicht mehr genug sauerstofftransportierendes Blut zur Verfügung. Blutarmut (Eisenmangelanämie) ist oft die Folge. Der Mangel an Folsäure kann sich beispielsweise durch eine verminderte Bildung von weißen Blutkörperchen bemerkbar machen.

„Der Kinder- und Jugendarzt kann feststellen, ob das Kind bereits unter einem Mangel leidet. In manchen Fällen ist dann die Einnahme von Vitaminen und Mineralien erforderlich. Eine Ernährungsfachkraft kann Eltern bei der Erstellung eines Speiseplans beraten“, so Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

aboutpixelde-Erntedank_Steve_ohne_SDa viele Kinder mit Zöliakie aufgrund der strengen Ernährungsregeln zu wenig Eisen und Folsäure bekommen, sollte der Speiseplan genug eisenreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Geflügelfleisch, Shrimps, Tofu, Cashewnüsse und Kartoffeln sowie folsäurehaltige Gemüse wie Spinat, Rote Beete, Avocados oder Orangen und Erdbeeren umfassen. Folsäure steckt auch in Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Kohl, Rettich, Radieschen, Spargel, Weintrauben, Aprikose, Zitrusfrüchte, Melone, Mais, Birne. Erdnussbutter ist ein guter Lieferant von Folsäure. Eisenhaltig sind zudem Blattsalate, Brokkoli, Zwiebel, Kürbis, Lauch. Bohnen und Linsen enthalten sowohl Eisen als auch Folsäure.

Lesen Sie auch : Nährstoffmangel Teil 2: Calcium und Vitamin D, Nährstoffmangel Teil 1: Magnesium

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Probleme auf dem stillen Örtchen

Gemuese1_aboutpixelde-Erntedank_Steve_ohne_SBauchschmerzen, abwechselnd Durchfall und Verstopfung, Durchfälle mit hellem Stuhl und Fettstuhl, Völlegefühl, Blähungen … alle diese Symtome können auf eine Zöliakie hinweisen. Doch ist bei diagnostizierter Zöliakie und nach der Umstellung auf glutenfreie Kost wirklich alles prima? Was kommt nach „Bauchschmerzen und Durchfalle adé“?

Gemuese2_aboutpixelde-Erntedank_Steve_ohne_SViele Zöliakiepatienten leiden nach einer gewissen Zeit der Umstellung auf glutenfreie Kost paradoxerweise an Verstopfung (Obstipation), zuweilen mit Anstrengung und Schmerzen bei der Entleerung verbunden. Ausreichendes Trinken ist daher unerlässlich (stilles Wasser, Tee etc.).

Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) e.V. empfiehlt: Wasserlösliche Ballaststoffe wie Pektin in Gemüse, Ölsaaten, Nüssen und verschiedenen Obstarten sowie resistente Stärke aus Kartoffeln und Hülsenfrüchten dienen als Quellstoffe und machen den Stuhl voluminöser und gleitfähig.

Mit der gezielten Aufnahme von wasserunlöslichen Ballaststoffen wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin aus den Zellwänden pflanzlicher Lebensmittel erhöht sich die Stuhlmasse und die Darmmuskulatur wird aktiv. Das bedeutet: Viel Obst und Gemüse essen.

Regelmäßige Bewegung aktiviert zusätzlich die Darmbewegung.

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Nährstoffmangel Teil 2: Calcium und Vitamin D

aboutpixel.de / bananenmilchshake / Kim CzumaCalcium und Vitamin D werden insbesondere bei lange unerkanntem Vorlauf der Zöliakie häufig in zu geringen Mengen aufgenommen. Daher zeigen viele Studien ein etwas erhöhtes Risiko für eine Osteoporose bei Zöliakiebetroffenen. Etwa 20 bis 50% der neu diagnostizierten Zöliakie-Betroffenen zeigen eine Verminderung der Knochendichte (Osteopenie bis Osteoporose).

Hierfür scheint, so schreibt die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG) e. V. ,  nicht nur die verminderte Aufnahme von Calcium und Vitamin D verantwortlich zu sein, sondern auch die Entzündungsmediatoren scheinen durch Stimulation der Osteoklasten die Knochensubstanz zu schädigen. Zusätzliche Risikofaktoren beeinflussen das Auftreten der Osteoporose: Späte Diagnosestellung im Erwachsenenalter, häufige Diätfehler, persistierende Zottenatrophie, Laktoseintoleranz und vermindertes Körpergewicht.

Eine ausreichende Aufnahme von Calcium und Vitamin D muss daher im Auge behalten werden. Eine Blutuntersuchung kann Defizite aufdecken, so dass diese gezielt ergänzt werden können.

Falls die Calciumaufnahme nicht durch regelmäßigen Konsum von Milchprodukten sichergestellt werden kann (wie z. B. bei Laktoseintoleranz), sollten die Patienten auf andere wichtige Calciumquellen auf lactosefreie Milchprodukte, calciumangereicherte Sojaprodukte und calciumreiches Mineralwasser (über 400 mg Calcium/l) zurückgreifen. Bei Bedarf sollte zusätzlich supplementiert werden. Wie viel Calcium erforderlich ist, um das Knochengerüstgesund zu erhalten, variiert nach Alter und Geschlecht.

Quellen: Bianchi ML, Bardella MT, Bone and Celiac disease. Calcif Tissue Int. 2002;71:465-71, www.dzg-online.de

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Nährstoffmangel Teil 1: Magnesium

WeizenfeldDurch den Verzicht auf Getreide wie Weizen, Gerste und Co. droht eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie B-Vitaminen, Folsäure, Magnesium und Eisen, wie eine Untersuchung 2013 an etwa 1.000 Patienten, alle Mitglieder der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. (DZG), gezeigt hat.

Laut der Studie des Frankfurter interdisziplinären Crohn Colitis Centrums (iCCC) nehmen sie im Vergleich zu Menschen, die Gluten vertragen, weniger Nährstoffe auf. Besonders gravierend ist die Mangelversorgung mit B-Vitaminen, Folsäure, Magnesium und Eisen. Zöliakie-Patienten sollten deshalb regelmäßig auf eventuelle Mangelzustände hin untersucht werden, so die Frankfurter Wissenschaftler.

Auch ohne Gluten können sich Betroffene jedoch mittlerweile so ausgewogen ernähren, dass er alle wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge zu sich nehmen, sagt dazu die DZG. Normalerweise sollte stets versucht werden, mögliche Mängel durch gezielte Ernährungsumstellung mit natürlichen Nahrungsmitteln zu beheben. Nahrungsergänzungsmittel sind daher nur selten – gegebenenfalls in den ersten Wochen einer glutenfreien Diät – nötig.

Bestehen allerdings Defizite, sollten die fehlenden Nährstoffe in Absprache mit dem Arzt und/oder Ernährungsberater über einige Wochen oder auch längerfristig zusätzlich zugeführt werden, bis eine Normalisierung der Werte eingetreten ist – nie jedoch in Eigenregie. Durch die Regeneration der Dünndarmschleimhaut verbessern sich die Resorptionsverhältnisse wieder und die Nährstoffaufnahme verläuft ungehindert.

Magnesium ist für den Menschen lebenswichtig. Es ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt (Muskelfunktion und -entspannung, Elektrolytgleichgewicht, regulierter Energiestoffwechsel, Erhaltung gesunder Knochen). Zöliakie gehört leider zu den Erkrankungen, die zu einer Verschlechterung der Magnesiumbilanz im Körper beitragen. Denn dieser Mineralstoff kommt in den glutenfreien Getreidearten nur in geringen Mengen vor.

Als Magnesiummangel bezeichnet man einen Mangel an Magnesium im Körper mit Abnahme der Magnesiumkonzentration im Blut, in der Fachsprache Hypomagnesiämie genannt. Gerade der Magnesiummangel hat aber bedeutende Auswirkungen: Hierdurch verschlechtert sich die PTH-Sekretion (PTH = Parathormon), wodurch der Knochenmetabolismus gestört wird und eine Verminderung der Knochendichte (Osteopenie) resultiert, so die DZG. Durch Magnesiumgaben kann sich die Parathormonsekretion regulieren und die Knochendichte wird verbessert.

Der Mangel verursacht aufgrund der zahlreichen Körperfunktionen des Magnesiums meist mehrere Symptome gleichzeitig. Zu den vielschichtigen Symptomen zählen: Muskelkrämpfe (Waden, Kaumuskulatur) oder Muskelzucken (z. B. Lidzucken), Reizbarkeit, Müdigkeit bzw. schnelle Erschöpfung, Schwächegefühl, übermäßiges Schlafbedürfnis, Energielosigkeit, aber auch innere Unruhe, Grübeleien, kalte Füße oder Taubheitsgefühl in den Händen und Füßen, Kopf-, Kreuz- und Rückenschmerzen etc. Und wussten Sie, dass ohne Magnesium selbst Vitamin C nichts ausrichten kann und ungenutzt wieder ausgeschieden wird?

Amaranth gepufft. Quelle: WikipediaBesonders magnesiumhaltige Lebensmittel sind übrigens z. B. Sonnenblumenkerne, Amaranth, Kakao, Quinoa, Nüsse, Buchweizen, Hirse, Reis, Hülsenfrüchte. Mineralwasser gilt als magnesiumreich, wenn über 50, besser 100 mg/l Magnesium enthalten sind.

Literatur:

Martin J. et al.: Inadequate nutrient intake in patients with celiac disease: results from a german dietary survey. Digestion. 2013(4): S. 240-246
Haapalahti M et al., Nutritional status in adolescents and young adults with screen-detected celiac disease. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2005;40(5):566-70
Rude RK, Olerich M. Magnesium deficiency: possible role in osteoporosis asscociated with gluten-sensitive enteropathy. Osteoporos Int. 1996;6(6):453-61

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